Klassische Tänze Sri Lankas



unterteilen sich in die Stile Kandyan Dance und Low Country Dance.
Ihr geschichtlicher Hintergrund:

Kandyan Dance

Die Mythologie erzählt: Der bengalische Prinz Vijaya landet um 500 vor Christus an der sri lankischen Küste. Die dort herrschende, eingeborene Yakkakönigin Kuveni lässt ihn und seine Gefolgsleute in ihrem Land ansiedeln unter der Bedingung, dass er mit ihr zusammenleben wird. Sie bekommen Kinder. Bald aber verstößt Vijaya Kuveni auf Drängen seiner Untertanen, um eine standesgemäße Prinzessin aus seinem Volk zu heiraten. Verzweifelt flieht Kuveni aus dem Palast und verflucht ihn, dass er aus Angst, von einem Löwen überwältigt zu werden, dem Wahnsinn verfalle. Vijaya stirbt an diesem Fluch und auch sein Nachfolger Panduvasudeva leidet unter diesem Wahn. Nur das Tanzritual Kohomba Kankariya, zu dem extra Tänzer und Tanzpriester aus Indien geholt werden, kann den schwer erkrankten König retten.
Dieses 2-tägige, bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Ritual ist der Ursprung des Kandyan Dance und wird bis heute noch in den Dörfern des zentralen Hochlandes zur Austreibung von Krankheiten aber auch als Bitte für gute Ernten, friedliches Zusammenleben ohne Neid und Missgunst und das Ausbleiben von Seuchen. Neben den Tänzen der Kohomba Kankariya entwickelten Mönche und Künstler am königlichen Hof in Kandy sogenannte Vannamas: kürzere Tänze, die meistens Tierfabeln oder hinduistische und buddhistische Lehrgeschichten zum Inhalt haben.


"Tänzerinnen" - Wandgemälde im Telwatta-Tempel aus dem Jahr 1805

Low Country Dance

Dieser Stil ist in den südlichen Tiefland- und Küstengebieten verbreitet. Hier wurzeln die Tänze in den Heilungs- und Segensritualen Devolmaduva, Sanniyakume, Garamaduve und dem Maskenspiel Kolammaduve.
Viele Tänze werden mit großen Holzmasken getanzt, deren Herstellung eine eigene lange Tradition ist. In der Heilungsritualen stellen die maskierten Tänzer unterschiedliche Dämonen dar, die jeweils eine bestimmte Krankheit verursachen. Die Dämonen werden von dem Tanzpriester eingeladen, der dann mit ihnen verhandelt und sie besänftigt mit Opfergaben und Tänzen. Sie versprechen ihm, den Kranken nicht länger zu belästigen und werden dann weggeschickt während der Kranke Genesung erfährt.

Das Maskenspiel Kolammaduve ist eine tänzerische Theaterform. Geschichten und Episoden, in denen verschiedenste Menschen vom Wäscher bis zum König auftreten, spiegeln zwar den Ernst und den Spaß des dörflichen Alltags wider, verweisen aber am Ende immer auf die Verdienste einer buddhistischen Lebensführung.
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